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Bevor ich meine Reise nach Brasilien antrat, musste ich Behördengänge erledigen. Irgendwann zweifelt ich daran, dass Deutschland die größte Wirtschaftsmacht Europas sein soll.

Behördengänge sind Zeitfresser

Dass man sich für Behördengänge mittlerweile im Internet Termine holen kann ist schön und gut. Dass diese Termine bis auf Wochen im Voraus ausgebucht sind, eine Farce. Im Vorfeld zum Termin alle Unterlagen hochladen? Geht auch nicht. Vor kurzem Twitterte ein Freund, dass er die Bestätigung des online gebuchten Termins ausgedruckt mitbringen soll.

Behördengänge sind das Letzte. Man muss für Unterlagen zahlen, die andere von einem verlangen und die man selbst gar nicht benötigt und dann kostet jeder Behördengang zusätzlich Zeit, manchmal sogar Nerven.

Und das, obwohl wir neben einer vernünftigen Infrastruktur einen modernen Personalausweis haben, mit dem man sich online verifizieren kann. Genutzt habe ich die Onlinefunktion kein einziges Mal.

Deutschland ist analog

Das Hamburg Portal enthält zwar eine Menge Informationen, die Struktur und ständigen Querverweise sind eine Qual. Formulare online ausfüllen und dann als PDF herunterladen oder direkt an die Behörde senden? Fehlanzeigen.

Die Hamburger und auch alle anderen Deutschen Behörden arbeiten auch im Jahr 2017 überwiegend mit persönlichen Besuchen. Die skandinavischen Ländern sind wieder einmal Vorreiter.

Nicht nur deswegen landeten Deutschland im kürzlich erschienen Digitalisierung-Index auf Platz 17.

Andere Länder wissen wie es geht

Brasilien, liegt im Ranking auf einem der hinteren Plätze, dennoch gibt es in vielen öffentlichen Plätzen wie Flughäfen, Busterminals und Einkaufszentren freies WiFi.

Bereits 2011 stellte ich während einer 4-monatigen Reise durch Südostasien fest, dass jede Bar und jedes Hotel über einen freien WiFi Zugang für die Gäste verfügte.

Das kleine LandEstland will es seinen Bürger ermöglichen, online zu wählen..

Deutschland hinkt hinterher

Was macht Deutschland? Teures Internet in vielen Hotels. Die Frage nach Wlan wird in beinahe jeder Bar und jedem Café mit „Nein“ beantwortet. Eine Initiative für öffentliches Wlan in Hamburg wird zwar schon lange geplant, umgesetzt wurde bisher nichts. Das Problem ist auch die Rechtslage. Die Störerhaftung verlockt nicht gerade dazu, seinen Gästen einen Internetzugang anzubieten.

Martin der Digitalisierer

Und dann kommt Martin Schulz um die Ecke und möchte Behördengänge so gut wie abschaffen und Innovationen fördern. Gäbe es einen Grund, die SPD zu wählen, es wäre Martins Zukunftspapier.

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