in Nicos Blog

Hallo! Schön, dass du wieder da bist,

in meinem letzten Beitrag habe ich mich ein wenig über den HVV und auch über seine App ausgekotzt. So ein treuer Fan, wie du einer bist, hat den bestimmt schon gelesen.

Bei der HVV App ging es mir hauptsächlich darum, wie bescheiden eine App wird, wenn man bei der Entwicklung der App die Wünsche des Unternehmens ins Zentrum stellt und nicht den Mehrwert oder die Bedürfnisse der Menschen, die diese App später nutzen wollen.

Heute möchte ich mich darüber auslassen, was passiert, wenn man denkt, es reicht, eine App ins Internet zu rotzen und diese dann nie wieder anzufassen. Ich mach das anhand der StadtRad Android App. Die wurde doch tatsächlich am 6. Dezember 2012 das letzte Mal aktualisiert (die iOS Version immerhin im September 2015).

Bitte, eine App braucht Updates

Das sind mittlerweile etwas mehr als drei Jahre, in denen eine ganze Menge passiert ist. Nämlich der Wechsel von Jellybean auf Kitkat und dann der Wechsel von Kitkat auf Lollipop und nun sogar Marshmallow. Wenn ich richtig gezählt habe, hat Android ganze 15 Aktualisierungen erfahren in der Zeit in der die StadtRad App kein einziges Update bekommen hat. Und genauso fühlt sich die App auch an.

Hey, klar. „Man kann immer noch Stadträder ausleihen, kein Grund für ein Update“ sagt da sicher der Entscheider im Controlling. Aber ist das der Anspruch, den die Deutsche Bahn hat? Läuft doch, es gibt keinen Grund etwas zu ändern?

Dann sage ich euch jetzt, was nicht mehr so läuft:

Look and Feel

Es soll tatsächlich eine Zeit gegeben haben, in der es egal war, wie sich Software anfühlte oder wie es war, sie zu benutzen (Ja, es gibt Softwareunternehmen, die haben das immer noch nicht begriffen. Ja, ich meine dich SAP!.) In dem Jahr in dem wir jetzt gerade leben: Das Jahr 2016 ist es relevant. Die Menschen sind verwöhnt. Software muss sich einfach anfühlen, intuitiv sein und flüssig laufen, sie muss ansprechend aussehen, harmonisch sein und sich meinem natürlich Verhalten anpassen.

Die StadtRad App fühlt sich immer noch an, als wäre sie für das iPhone 3 oder 4 programmiert worden (Fuck, wahrscheinlich wurde sie das sogar). Die Funktionsweise von Andoird hat sich über die Jahre enorm weiter entwickelt, diese sollte Berücksichtigt werden.

Verschwundene Fahrten

Regelmäßig verschwinden alle vergangen Fahrten aus meiner App, nur um dann urplötzlich wieder aufzutauchen. Geisterfahrten oder was? Wie soll ich denn so mitteilen, wenn ein Fahrrad beschissen zu fahren war?

Die Karte

Ach, die Karte. Hattet ihr schon mal die App in der Hand, wusstet dass ich ganz in der Nähe einer StadtRad-Station standet konntet die aber nicht finden, weil diese dämliche Stecknadel nicht anzeigt, in welche Richtung ihr guckt? Ja, ist mir auch passiert. Bis ich genau eben gerade herausgefunden habe, dass man sich die Route zu einer Station berechnen lassen kann, wenn man auf die Station klickt. Nur, dass sich dann die Google Maps App öffnet. Wieso geht das nicht direkt innerhalb der Stadtrad-App? MyTaxi und Co. können das doch auch.

Nutzerführung

Nicht nur Look and Feel haben sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Irgendein Marketingheini hat das Jahr 2016 sogar um Jahr der user Experience erklärt.

In der StadtRAD-App heisst das: klick auf Fahrrad, Fahrrad schiebt laaaaaaangsam nach links. Erst dann kann ich ins „Menü“ und das Fahrrad z.B. als Defekt melden. Nutzt man nun den Android zurück Button des Telefons anstelle des Zurück-buttons oben in der Leiste, landet man wieder auf der Startseite. WTF? Und davon gibt es noch mehr nervigen Scheiss. z.B. die Tastatur, die sich über den Senden Button legt und die man manuell mit dem kleinen Pfeil weg drücken muss, damit der Senden Button wieder erscheint.

 

Pushbenachrichtigungen

Pushbenachrichtigungen können was tolles sein. z.B. wenn YouTube mich daran erinnert, dass meine Lieblingsyoutuberin Bibi ihr neuestes Video hochgeladen hat (bitte, denkt nicht, dass sie meine Lieblingsyoutuberin ist) oder wenn man sich darüber informieren lassen möchte, wenn man die Grenze der 30 Gratis-Minuten mit dem Stadtrad kommt.

Fürn Arsch ist diese Funktion, wenn ich die Push-Benachrichtigung auch dann bekomme, wenn ich das Fahrrad schon lange wieder abgegeben habe. Hallo? Was juckt mich das dann? Ausser vielleicht, die Rückgabe war nicht erfolgreich und irgendjemand schnappt sich dein Fahrrad und fährt damit Stundenlang durch Hamburg. Aber das ist ein anderes Thema und auch ein kleines bisschen deine Schuld!

Liebe Deutsche Bahn, wenn ihr Hilfe bei eurer App braucht, schreibt mir ne Whatsapp, oder klingelt durch. Wirklich! Snapchat geht auch. Oder Twitter. Von mir aus schickt ein Brief.

Bis denn
Nico

Update: 

Okay, okay. Es gibt mittlerweile eine neue App. Die hat zwar ihre Macken, aber sie tut, was sie soll. Ich bin erst mal zufrieden. Vielen Dank, StadtRad Hamburg.

Lass mich an deinen Gedanken teilhaben.