in Digital Media, Nicos Blog

Wer möchte, dass seine Inhalte bei den gängigen Suchmaschinen gefunden werden, muss nach deren Regeln spielen und die Inhalte für google & Co. optimieren (SEO). Das liest man jedenfalls überall. Und das stimmt bestimmt auch. Ich hingegen habe keine Lust mehr auf Suchmaschinen optimierte Texte und das hat mehre Gründe.

Darum will ich keinen SEO Content mehr lesen.

Natürlich stellt SEO für viele Unternehmen und Selbstständige eine Unternehmensgrundlage dar. Nicht nur für Medienhäuser, die ihre Reichweite vermarkten. Seit Content Marketing das Ding schlechthin ist, beginnt der Funnel mit dem Websitebesuch. Dementsprechend wird optimiert was das Zeug hält. Mittlerweile wird es mit der Suchmaschinen Optimierung meiner Meinung nach deutlich übertrieben.

Ausgerechnet Schrott-Content ist Suchmaschinen optimiert.

Kennst du das: Du googelst nach einem Thema und klickst ein paar Seiten an, dessen Headlines Antworten versprechen. Statt der erhofften Antworten bekommst du Schrott-Content.

Mit Schrott-Content meine ich nicht bloß Clickbaiting und Seiten, die dir den erhofften content nicht liefern.

Ich meine auch Seiten, die deine Frage beantworten, aber über das erträgliche Maß mit Werbung, Autoplay-Videos und PopUps vollgestopft sind. Auch Seiten, die sich nicht darum scheren, Informationen leserfreundlich aufbereiten. Stattdessen sind die Inhalte auf Impressions optimiert. Der Besucher soll möglichst häufig Klicken und möglichst viele Seitenaufrufe generieren. Meistens wird das in Form von Bildergalerien gemacht. Zwischendurch wird immer wieder Werbung ausgespielt.

Auffällig viele dieser Seiten befinden sich auf der ersten Seite der Google Suchergebnisse. So gewinnt man schnell den Eindruck, dass ausgerechnet die Seiten am Besten SEO betreiben, die man nicht finden möchte.

Man findet nur noch SEO-Texte der gleichen Seiten.

Damit sind wir schon beim eigentlichen Problem. Das beginnt nämlich schon bei der Suche.

Ausgerechnet die Seiten, die nach meinen persönlichen Maßstäben Schrott-Content erstellen, landen zu fast jedem Thema auf der ersten Seite von Google. Warum ist klar. Sie produzieren nicht einfach nur Content. Sie nutzen Tools, wie Google Trends, um Themen zu finden die gerade relevant sind und produzieren genau den Content nachdem gerade gesucht wird.

der Inhalt solcher Artikel bleibt meistens auf der Strecke. Der ist den Seitenbetreibern auch nicht wichtig. Viel wichtiger ist, dass Leute auf der Seite Landen. Häufig wird einfach nur von anderen Artikeln abgeschrieben. Eine der schlimmsten Form ist ein als News getarntes Gerücht, um ein Keyword abzugreifen.

Good Bye knackige Texte

Im Internet gibt es auch sinnvolle Informationen und richtig gut recherchierte Artikel. Was es leider immer weniger gibt, bzw. Was immer schwieriger zu finden ist: nützlicher Content in komprimierter Form, der sich in wenigen Minuten konsumieren lässt.

Der Grund ist einfach: Neil Patel, der Affenblog und einige andere erläutern in ihren Artikeln schön, weshalb ein Artikel ca. 2.000 Wörter enthalten sollte, um bei Google möglichst weit vorn zu landen. Die Gründe sind alle nachvollziehbar und ich bin davon überzeugt, dass sie recht haben. Auch sind die meisten dieser Artikel sind alles andere als Schrott-Content und enthalten viele nützliche Informationen.

Was sie allerdings nicht bedenken: 2.000 Wörter entsprechen bei Helvetica 12Pt ungefähr 4 komplette DIN-A4 Seiten. Möchtest du wirklich jedes mal 4 DIN-A4 Seiten lesen, nur weil du dich kurz über ein Thema informieren möchtest? Stell dir vor, jeder Zeitungsartikel wäre entsprechend lang, weil er dann relevanter wirkt.

Ein weitere Problem mit dieser Form der Textaufbereitung: Um auf 2.000 Wörter zu kommen schwafeln die Autoren, wiederholen sich oder stellen rhetorische Fragen. Sie tun alles mögliche, um nicht auf den Punkt zu kommen und die relevanten Informationen nach hinten zu verlagern. So erhöhen sie die Lese- und Aufenthaltsdauer, was sich in einem guten Google-Ranking widerspiegelt. Dabei hat sogar Sistrix in einem Artikel festgehalten, dass die Länge allein nicht relevant ist.

Was kann man für besseren Content tun?

Google in die Pflicht nehmen.

Gegen Schrott-Content hatte Google bereits perfekten Mechanismus. Man konnte Suchergebnisse bzw. URLs blockieren und für die Zukunft ausblenden. Leider wurde dieser Mechanismus eingestellt.

Ein Algorithmus allein kann einfach nicht bewerten, ob ein Artikel für die Nutzer sinnvoll war oder nicht. Die Anzahl der Verlinkungen und die Lesedauer können allenfalls nur eine Tendenz sein oder für verdammt gutes Link-Building sprechen. Über die Qualität des Inhalts sagen sie gar nichts aus.

Das wäre als würde man die Qualität eines Filmes daran messen, wie viele Tickets verkauft werden und wie lange man ihn gesehen hat. Selbst einen Film, den man bis zum Ende gesehen hat, kann man schlecht finden.

Ich weiß, der Google Algorithmus ist komplexer als das. Aber dass er Möglichkeiten at, besser zu sein zeigt der Schrott-Contents, der auf der ersten Seite auftaucht.

Vielleicht braucht Google wieder eine manuelle Funktion, die in die Bewertung einfließt.

Schreibt wieder für eure Leser.

In einem Artikel habe ich gelesen, dass vorwiegend für Menschen, nicht für Suchmaschinen geschrieben werden soll.

Es waren meistens Artikel von Leuten, die schwafeln, um auf 2.000 Wörter zu kommen. Was sie mit „Für Menschen schreiben“ meinen, ist wahrscheinlich nach jedem Punkt einen Absatz einzubauen, um den Text „leserlich“ zu gestalten.

Was sie meiner Meinung nach tun sollten: Den langen Texten eine Zusammenfassung voran stellen mit Links zu weitergehenden Informationen zu den jeweiligen Themen. Vielleicht sogar eine kleine Inhaltsangabe, wie es Wikipedia macht.

Wer sich nur schnell informieren möchte, bekommt alle relevanten Informationen. Wer tiefer einsteigen möchte, kann auch das tun.

Einen Tipp, wie man das in WordPress mit Sprungmarken arbeiten kann wird auf dem Blog pressengers erklärt

Google Now: Keine Texte mehr von diesen Artikeln

Als Android Nutzer hab ich mich in die Google Now Funktion verliebt, von Google Content für mich interessanten Content zugespielt zu bekommen.

Leider spielt einem der Algorithmus gerade am Anfang auch SEO Schrott-Content aus. Das kann man aber einfach anpassen. Du klickst bei den News auf die drei Punkte rechts oben an der Karte und dann entweder auf: „Kein Interesse an XYZ“ um das Thema auszublenden oder auf „Kein Interesse an Artikeln von XYZ“ um den kompletten News-Lieferanten zu blockieren.

Google Plugin: Bitte zeige mir nichts mehr von diesen URLs an.

Diese Funktion kann man aber mit Erweiterungen für Google Chrome und Firefox über einen kleinen Umweg aktivieren.

Geht es dir ähnliche wie mir oder bin ich mit der Meinung allein? Sag mir gern deine Meinung oder hinterlasse mir deine Tipps, wie du Schrott-Content umgehst.

Lass mich an deinen Gedanken teilhaben.