in Nicos Blog

Wie Neckermann seine Instagram Kampagne optimiert

Ich bin immer wieder beeindruckt von Marketeers, die versuchen, die „Regeln“ von Social Media ihren eigenen Wünschen unterzuordnen und sich dann irgendwelche Aktionen ausdenken. Neckermann zum Beispiel mit seiner sogenannten Instagram Kampagne.

Neckermann verschenkt mit einer denkbar einfachen Aktion Urlaub. Dazu müsst ihr nur in ein Reisebüro laufen, euch einen speziellen Luftballon schnappen, ein Foto machen, euch auf einer Microsite registrieren, einen Code eintragen (von dem keiner weiß, wozu dieser Code überhaupt gut sein soll) und dann dürft ihr eure Fotos ins Internet verbreiten.

Das ist doch keine Instagram-Kampagne

Instragramkampagne nennt Neckermann das Ganze. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht, weil ein paar Instagrammer die Aktion unterstützen. Vielleicht aber auch nur, weil man sein Foto hinter her bei Instagram teilen kann? Was man nicht kann, weil man via Desktop keine Bilder bei Instagram hochladen kann und weil keine API das hochladen bei Instagram zulässt. Aber man kann ja das Bild nehmen, was man eh auf seinem Handy hat. Aber wozu dann überhaupt eine Microsite? Man weiß es nicht. Mit Sicherheit, weil irgendeine mega hippe Social Media Agentur Neckermann dazu geraten hat, die Inhalte zu zentralisieren. Sonst macht man sich ja von den Plattformen abhängig und so. Bäh! Hoffentlich denken die wenigstens daran, dass die Microsite mobile first gebastelt wird, damit die Leute das Foto direkt vom Handy hochladen können und sich das Foto nicht vorher noch auf ihren Rechner laden müssen.

So kann es Neckermann besser machen.

Ich will aber nicht nur meckern. Daher 4 schnelle Tipps, wie ihr die Kampagne besser gemacht hättet.

  1. Verzichtet auf die Microsite. Habt keine Angst davor, die Kontrolle der Bilder an die Nutzer abzugeben. Lasst die Leute plattformübergreifend mit einem speziellen Hashtag teilnehmen. Das gesparte Geld könnt ihr besser investieren.
  2. Vergesst den quatsch mit der Filiale. Ich weiß nicht mal wo eine bei mir in der Nähe ist und ich habe auch gar keine Lust, mich darüber zu informieren. Hängt stattdessen in ausgewählten Städten gelbe Ballons an ungewöhnliche Orte (vlt. sogar einen riesengroßen, den man gar nicht übersehen kann). Oder sucht euch Hotspots und ballert diese mit gelben Ballons zu. Erklärt die Aktion vor Ort und gebt den Leuten die Möglichkeit, sich einen Ballon mitzunehmen.
  3. Zusätzlich bietet ihr Leuten, die nicht in den ausgewählten Orten wohnen die Möglichkeit, sich einen Ballon zu bestellen.
  4. Nutzt einen Influencer pro Stadt um lokal auf die Aktion aufmerksam zu machen. Ob Instagram, Snapchat oder sonst wo ist dabei Latte. Mit Hilfe von Snapchat könnt auch eine Schnitzeljagd draus machen – findet den ganz speziellen Ballon und ihr bekommt ein Lolli (oder etwas anderes weniger cooles).

Was hältst du von der Aktion? Irre ich mich und kann das Genie darin nicht erkennen oder stimmst du mir zu? Diskutiere gern mit mir.

Lass mich an deinen Gedanken teilhaben.

  1. Hi Nico,

    schade, dass ich deinen Artikel erst jetzt gefunden habe. Danke für das Aufgreifen unserer Kampagne und das Feedback dazu. Ich gebe dir grundsätzlich bei vielen Punkten recht – jedoch merkt man, dass du dich nicht mit den politischen Gegebenheiten zw. On- und Offline-Reisevertreib auskennst. Wenn Du wüsstest… 😉

    Vielleicht kurz zu drei Punkten – Die Bezeichnung „Instagram-Kampagne“ haben wir selbst nicht aktiv kommuniziert. Aus unserer Sicht ist es eine Omni-Channel-Kampagne, bei der vor allem die Reisebüros partizipieren sollten. Die Reisebüros sind für Thomas Cook / Neckermann Reisen sehr wichtig, daher wollten wir diese mit einbinden. Damit kommen wir auch schon zu Punkt 2, Codes. Dem Endkunden / Teilnehmer kann es egal sein, was sich hinter dem Code verbirgt. Ich kann dir aber sagen, dass jedes teilenehmende RB einen uniquen Code zugewiesen bekommen hat. Damit konnten wir tracken, welches Büro wieviele Teilnehmer generiert hat. Und auch daher haben wir eine neutrale Microsite benötigt.

    Deinen vierten Punkt bzgl. der lokalen Influencer Auswahl finde ich sehr charmant.

    Melde dich mal, wenn du in Frankfurt bist. Dann lade ich dich gern auf einen Kaffee ein.

    BG, Martin

    • Hallo Martin,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Du hast natürlich Recht, ich mich mit der Politik zwischen On- und Offline-Reisevertrieb nicht aus. Ich kann’s mir aber denken. Ich hab bereits ähnliches erlebt.

      So wie du das beschreibst und mit dieser Zielsetzung ergibt es das ganze natürlich durch aus mehr Sinn. Dennoch sehr schade mit der Politik. Die Kampagne wäre super für Instagram & Snapchat geeignet gewesen. Jetzt bin ich aber auch ein bisschen neugierig. Wie lief’s denn?

      Eure Snapchat Stories zur Eröffnung des neuen Ressorts auf Kreta hat mir ganz gut gefallen.

      Ich melde mich, wenn ich in Frankfurt bin.

      Gruß, Nico